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04.06.2014  Badhaus

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Das Zitat des Literaturabends stammt von Ludwig Erhardt (vorgetragen von Jürgen Linhardt).„Ein Kompromiss, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, dass jeder glaubt, er habe das größte Stück.“

An diesem Abend ist Axel Bochnia bei uns, der ursprünglich gerne Gedichte zu Musik vorgetragen hat und nun selbst Lyrik verfasst und (teilweise auswendig!) vorträgt. Beeindruckend theatralisch präsentiert der Autor uns auswendig die „Ganovenjagd auf dem Campingplatz“. Klaus Köstner bezeichnet das Gedicht als formal perfekt und sehr originell.„Es sagte Holmes zu Watson: Du brauchst jetzt nicht so blöd zu glotzen! […] Mein lieber Freund, ganz unverhohlen: Man hat uns unser Zelt gestohlen!“

Sandra Scholz, unser neuestes Mitglied, trägt ihre Geschichte „Der Traum von der Erlösung“ vor. In der wunderschönen Idylle ihres Bauerngartens pflückt Agnes im Morgenlicht Kräuter.  Doch was auf den ersten Blick halbwegs normal erscheint, wird immer mysteriöser: Die Frau murmelt uralte Segensworte, es ist von einem Zaubertrunk, Krebspatienten und dem Tanz in einer Vollmondnacht die Rede…  Karin Minet findet es faszinierend, dass die anfängliche Idylle immer düsterer und geheimnisvoller dargestellt wird.

Ebenfalls zum ersten Mal im Verein ist Heiner, der unglaublich witzige Gedichte in fränkischer Mundart verfasst. Diesmal hat er zwei davon dabei („Sind zwei kurze, aans davon is aweng länger“). Im ersten Gedicht schwärmt der Autor von seinem Kindheitstraum, einem Job bei der Müllabfuhr. Der Grund: „Die ärbern ja bloß Donnerschdooch!“

Viel Gelächter gibt es auch zu seinem zweiten Gedicht. Als dem Erzähler Bier angeliefert wird und er dieses in den Keller stellen will, stellt er fest, dass letzterer mal entrümpelt werden müsste. Übereifrig macht er sich ans Werk, sodass sogar die Nachbarn irritiert sind „Der Nochber schreit zum Fenster naus: Ziechst du wuhl jetz endlich aus?“ Doch raten Sie mal, was am Ende versehentlich mit dem Sperrmüll abtransportiert wird…

Jürgen Linhardt erzählt in seiner Geschichte „Nächtliche Reise“ von seiner nächtlichen Begegnung mit einem magischen Spiegel. Als er das Glas berührt, zieht es ihn nach und nach in diesen hinein und eine dickflüssige Masse umschließt ihn. Statt Angst erfüllt ihn ein tiefes Friedensgefühl, als er sich in einem Wald wiederfindet. Sogleich macht er sich auf die Suche nach einem Rückweg in seine Welt – ob ihm das gelingen wird?

Markus Ramming erinnert die verträumte Stimmung der Geschichte an „Alice im Wunderland“.

Inspiriert vom Chihuahua der Familie Stutz, hat Jürgen Dudzig das Gedicht „Der ewige Freund des Menschen“ verfasst. Als das Hündchen sein Herrchen Herrn Stutz einmal reglos beobachtete, überlegte der Autor, was der Hund wohl denken mochte „Warum bellt Herrchen nicht?“ Birgit Hächl schmunzelt: „Mein Hund könnte dir all diese Fragen beantworten!“

Heiter wird die Lesung von Markus Ramming fortgeführt, der zusammen mit Jürgen Linhardt „Das Tribunal im Bücherregal“ vorträgt. Dabei bringt er auf höchst originelle Weise sämtliche Klassiker und Autoren der Weltliteratur in einem Gedicht unter. So ist unter anderem von einer Reise zur „Schatzinsel“ die Rede, bei der „Die Leiden des jungen Werther“ ganz überhört werden.„Nicht ohne meine Tochter! […]Er nominierte Stephen zum King.“Womit das Gedicht abschließt? Natürlich mit Michael Ende

Nachdenklich stimmt Ludwig Dippold die Leser mit seiner Erzählung „Aufwachen – wie geht das?“. Der Schreibimpuls aus Birgit Hächls Schreibwerkstatt hierzu war: „Zieh was Rotes an!“

In der Geschichte denkt Britta traurig an schöne Sommertage mit einem Mann zurück und an den schrecklichen Tag, als ihre Freundin Luise ihr schlechte Nachrichten überbrachte. Seitdem haben die beiden keinen Kontakt mehr, da Luise sich zu sehr grämt. Doch eines Tages treffen sich die beiden Frauen und Britta sagt: „Wach auf, das Leben geht weiter!“ Sie rät ihr, ein rotes Kleid anzuziehen. Ob die beiden sich wirklich versöhnen und in die Zukunft schauen können?

Es folgen drei Gedichte von Franziska Weiß, wunderschön vorgetragen von Birgit Hächl. Die ersten beiden entstanden zu je einem Impuls vom Schreibblog „Sophie Paulchen“, in dem man in ihrem „Lyrikmonat“ jeden Tag eine kreative Schreibaufgabe erhält. Im einen Gedicht dient Tomas Tranströmers erste Gedichtzeile „In einer Mainacht ging ich an Land“ (aus „Nachtbuchblatt“) als Impuls. „Mein Singen schuf Heimatund meine Ängste hohe Zäune. Der Strand schien wie eine Wüste.“ Das dritte Gedicht handelt von ihrer vier Monate jungen Nichte Pauline, in dem von Worten „wie Zuckerwatteflocken“ und der Sprache auf Reisen die Rede ist.

Jürgen Kohlberger trägt ein weiteres Kapitel aus seinen „Erinnerungen eines Knirpses“ vor. Er erzählt davon, wie er mit seinen Freunden Burgen aus Steinen baute und auf Bäume kletterte und vom Höhepunkt des Jahres, der Kirchweih mit dem großen Karussell, auf dem eine Fahrt zehn Pfennige kostete. Auch denkt er zurück an die Drescharbeiten auf den Feldern und dass er von Mai bis Oktober barfuß ging, wobei frische Kuhfladen zum Wärmen der Füße dienten…

„Das Monster an meiner Seite“ heißt Michael Asads lustige Geschichte, die aber auch zum Nachdenken anregt. Eine Frau erzählt von den romantischen Anfängen mit ihrem Ehemann und vom schrecklichen Zusammenleben mit diesem Jahre später. Sein Atmen gleicht nun dem Schnaufen einer Lokomotive, sein Fokus liegt eher auf jungen Frau statt auf seiner Gattin und jedes Gespräch mit ihm ist „aufgewärmter Kohl von vorvorgestern.“ Jäh werden die Klagen der Frau vom Psychologen unterbrochen. Denn das Gespräch hinterlässt auch Spuren beim Therapeuten…

Evi Weiher trägt zwei Gedichte vor. Das erste handelt von einem Stammtisch im März, der der Autorin aufgrund eines Missverständnisses schlecht in Erinnerung blieb. Dieses hat sich zum Glück geklärt. Gewohnt direkt und heiter folgt daraufhin ihr Gedicht über „Facebook“. Durch überflüssige Bilder und sinnlose Kommentare vergeht die Zeit dort wie im Fluge. Andererseits ist die Plattform praktisch, um an Geburtstage erinnert zu werden. Doch momentan hält sie eine Facebook-Diät („halt so lang es geht“), denn „Wahre Freunde finde ich an dem Ort nicht.“

Andrea Senf beeindruckt mit ihrer originellen Geschichte „Der Aufsteiger“. Klaus wurde nach jahrelanger Arbeit in einer Glasfabrik gekündigt und leidet sehr darunter. Eines Tages, als er im Baum in seinem Garten sitzt und seine Frau, die Mitleid mit ihm hat, zu ihm hinaufklettert, entdecken sie eine dritte Person im Baum über ihnen: Thomas Schobert, Sachbearbeiter im Arbeitsamt und aus Klaus´ Sicht verantwortlich für dessen Misere. „Was machen denn genau Sie auf meinem Baum?“

Sehr originell stellt sich am Ende heraus, warum Herr Schobert in Klaus´ Baum herumklettert und wie die skurrile Situation für die drei Personen im Geäst endet.

Eine wahre Schauergeschichte wird uns mit Birgit Hächls Geschichte „Was für eine Nacht“ geliefert. Der Traum, der erzählt wird, ist so tatsächlich erlebt worden. Die Erzählerin wacht in ihrem Bett auf, kann sich aber nicht rühren. Jemand hat sie gefesselt und geknebelt. Rechts neben sich sieht sie ein einzelnes Auge, mehr nicht. „Mach den Mund auf“, droht eine männliche Stimme neben ihr. Immer wieder wiederholt sich im Kopf der Frau das Mantra „Das darfst du nicht!“.  Nachdem sie sich dies immer und immer wieder sagt, sind die Fesseln plötzlich weg. Sie erwacht. Doch damit ist die Birgit Hächls (ab diesem Zeitpunkt fiktive) Geschichte noch nicht zu Ende…

Auch Axel Bochnia hat sehr düstere Texte in seinem Repertoire. Diese hat er auch auf seinem Hörspiel „Die dunkle Stunde“ mit gruseligen Tönen und Geräuschen aufgenommen. An diesem Abend trägt er das Gedicht „Es kommt, wie´s kommen muss“ vor.

„Ich bin das Dunkle deiner Nacht, das dich zur Verzweiflung gebracht. […] Es kommt, wie´s kommen muss: Ein Anfang – ebenso ein Schluss.“

Der Abend endet mit einem (von Jürgen Linhardt vorgelesenen) Zitat:„Pessimisten sind Menschen, die sich über den Lärm beklagen,wenn das Glück an die Tür klopft.“                                                   

 

von Franziska Weiß

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