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04.09.2013 Badhaus

Andrea Senf übernimmt an diesem Abend die Moderation und der Verteilung der Terminlisten geht es auch schon direkt mit den Lesungen los.

Barbara Hahn macht den Auftakt mit ihrem zungenbrecherischen Werk „Liebe ohne K und R“, die für viel Gelächter sorgt. Darin geht es um Klaus, den Klabautermann, der auf einem Schiff in Rotterdam sein Unwesen treibt. Doch eines Tages verhängt Kapitän Lingula, ein gefürchteter Gegner in einer Piratenschlacht, einen Fluch über ihn. Von nun an kann er kein K mehr aussprechen und als „Laus, der Labautermann“ vereinsamt er von nun an immer mehr. In der Öffentlichkeit wird er verspottet, wenn er in der Eisdiele „Zwei ugeln altes Eis“ oder ein „Ännchen Affee“ bestellt. Als er eines Tages beschließt, auf Weltreise zu gehen, um seiner Einsamkeit zu entfliehen, erlebt er eine schicksalhafte Begegnung mit einem Trollmädchen, die durch ihren ganz persönlichen Sprachfehler (sie kann kein R aussprechen) sein Leben verändern wird…

Jan Meyer, neues Mitglied im Verein trägt daraufhin eine Reizwortgeschichte für Kinder vor, da er für seinen Nachhilfeschüler ein Musterbeispiel benötigte. Darin geht es um die Viertklässlerin Serafina, die sich nicht traut, bei ihren Mitschülern und der Lehrerin zuzugeben, dass sie ihren Turnbeutel vergessen hat. Keiner hilft ihr und die Jungen in der Klasse machen sich über sie lustig. Doch am Ende gibt es eine ganz einfache Lösung für ihr Problem und sie kann sogar einer Mitschülerin, die sich beim Sportunterricht den Knöchel verstaucht, Trost und Beistand schenken.

Da die Reizworte vom Autor recht eindeutig und aufeinander abgestimmt ausgewählt wurden,  überlegen sich die Literaten neue Wörter, die eine Herausforderung für den Schüler darstellen sollen. Am Ende einigt man sich auf „Mülltonne“, „Kettensäge“ und „Engel“, aus denen eine zusammenhängende Geschichte entstehen soll.

Sabrina Schramm, ein neues Gesicht im Literaturverein, lässt von Birgit Hächl (die als Vorleserin wirklich sehr zu empfehlen ist) ihre traurige Geschichte „Dieses Haus“ vortragen.

Darin geht es um eine Frau, die unendlich einsam zu Hause sitzt und um ihren Mann, der sich umgebracht hat, trauert. Diesen einfachen Sachverhalt schildert die Autorin unglaublich gefühlvoll, mit detailverliebten Beschreibungen und starken Bildern. Da sind Duftkerzen, die nach nichts riechen, eine Heizung, die dennoch Kälte ausstrahlt und Regale voller Erinnerungen. Die Schuldgefühle der Frau wiegen schwer, sie macht sich Vorwürfe, ihm nicht mehr geholfen zu haben.

„Du warst aus Glas und gingst an der Welt zu Bruch.“

 

Als der Text abrupt endet, schweigen die Zuhörer betroffen. Birgit Hächl meint beeindruckt: „Der Text hört so auf, wie ein Leben aufhört, ganz unerwartet.“ Entgegen der herrschenden Vermutung, die Autorin berichte aus eigener Erfahrung, klärt diese auf, dass sie auf einem Fest eine Familie vom verstorbenen Ehemann reden gehört habe. Der emotionslose Ton, in dem dies geschah, stieß bei der Erzählerin auf Erschütterung und Unverständnis und so verarbeitete sie ihre Gedanken und Vorstellungen dazu in einem kontrastiven Text.

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