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Eine weitere Episode der Vereinsgeschichte ist vollendet. Am Mittwoch gaben sich Autorinnen und Autoren ein Stell-dich-ein im Badhaus.

Zu Beginn ldt Karin Minet Wolfram Stutz ein, den griechischen Dichter Georgios Lillis vorzustellen, von dem in Krze der Gedichtband "Grenzen des Labyrinths" zweisprachig, deutsch-griechisch, im Verlag Leben in der Sprache erscheinen wird.

W.Stutz sagt: "Mitten in einer Zeit des berdrusses, der Sinnentleerung, der Ohnmacht, kurz vor dem geistigen Ersticken, taucht bei Lillis das Unerwartete auf, ein Hunger nach Unschuld. Zitat: ‘Schweinass wlzt du dich im Bett und hungerst nach unschuldigen Gewissheiten, auf der Suche nach dem Passwort, das das Echte erschliet.’ Eines dieser Passworte, die Georgios Lillis selbst auffindet, ist das Wort "Reue". Zitat: ‘Spter brichst du dorthin auf, wo die Reue keine Selbstverleugnung ist - du akzeptierst die menschlichen Grenzen, wirst merklich kleiner und bescheidener.’ Lillis ist ein Dichter, dessen Worte -Zitat-: ‘das unklare Gesprch reparieren.’ Die humanistische Gesinnung des Griechen wird erkennbar in Stzen wie : ‘Die Finsternis wird von Deiner Wrme gezhmt.’

Silvia Schfer setzt sich danach mit einer besonderen esoterischen Begegnungsform auseinander. Bei Ankunft im Tantra-Zentrum wird die Protagonistin mit einem Begrungstanz empfangen, wird euphorisch aufgenommen mit den Worten "Willkommen, du Geschpf des Himmels" und darf ein WC benutzen, das beim Druck auf die Splung sogleich einen Hallelujah-Gesang auslst. Sie bekommt einen neuen Namen und darf die Buchstaben mit Rucherstbchen in die Luft schreiben. Langsam aber sicher reift in ihr die Erkenntnis, dass Tantra mit S. nicht der richtige Weg fr sie ist.

Anschlieend gibt Barbara Hahn gesellschaftskritische Denkanste. Lifestyle heit ihr Text, in dem sie konstatiert: "Wir nhren uns von Oberflchlichkeiten. Mit unserem Aussehen mchten wir unser Ansehen verndern." Sie fragt sich, wie lange sich eine Gesellschaft "gesund erhalten" knne, die so stark auf die Auenwelt und das, was "in" ist, fixiert bleibt.

Andrea Senf gibt den Zuhrenden einen weiteren Einblick in ihr Privatleben. Das Aufrumen des Wschebodens fhrt zu einer rhrenden Entdeckung: Ein alter Tisch, an den sich viele Erinnerungen knpfen, wird "ausgegraben". Er verbreitet immer noch seine behagliche Wrme. Der Tisch wird restauriert. Die Rckkehr des Tisches wird zum Fest.

Evi Weier liest "Krhen auf dem Feld". "Diese schwarze Geisterschar ist eigentlich ganz wunderbar." Sie ermahnt mit ihrem Gedicht die Menschheit, der Schpfung mehr Gewicht beizumessen.

Mit Wrme und Lebendigkeit vermittelt Frank Jko einen weiteren Abschnitt aus seinen Kindheitserinnerungen. Manche Formulierungen setzen ein Insiderwissen voraus. Was bedeutet der Satz: "Sie zutschelten Taubnesseln aus."? Man kann es fast spren, auch ohne es zu wissen.

Joachim Kraus aus Wunsiedel bekennt: "Ich liebe den Tanz, dieses rhythmische Schweben." Und in einem Akrostichon auf den Kulmbacher Literaturverein lobt er den liberalen Geist, der bei den Stammtischtreffen herrscht.

Gnter Hrmann liest "Tito". Tito ist der Hund, den sich Frau und Herr Hrmann kauften, als sie ihre Hndin Bella verloren hatten. Tito berlebt sein Frauchen. Doch am 16.Januar 2014 legt er sich neben den Fressnapf und rhrt sich nicht mehr. Gnter Hrmann beendet den liebevollen Text mit den Worten:"Wenn er knnte, wrde er mit seinen 18 Jahren sagen: Es war genug."

Ludwig Dippold setzt einem Buch sein persnliches Denkmal. "Die Schuldfrage" heit seine Erzhlung. Ein Satz daraus: "Marie griff nach dem Gefhrlichsten, was es damals gab, sie griff nach mir." Das Buch, das gemeint ist, heit: "Die Leiden des jungen Werther"!

Michaels Asad lsst mit der Kriminalgeschichte um El Como Padres Spannung aufkommen. Die Handlung bricht an entscheidender Stelle ab. Karin Minet sagt: "Jetzt lsst du uns so in der Luft hngen?" Michael Asad antwortet: "Mich selbst ja auch!" Er hat die Geschichte genau bis zu diesem Punkt geschrieben, es gibt noch keine Fortsetzung. Im Gesprch wird Michael darber befragt, wie es mglich sei, an drei Romanen gleichzeitig zu arbeiten. Er erwidert, dass es ihm nicht mglich wre, nur eine Geschichte zu verfolgen, dabei wrde sein Schreiben stagnieren. Er bentige den Wechsel. Ob ihm manchmal Personen oder Handlungen der verschiedenen Texte durcheinanderkommen, wird er gefragt. Antwort: "Ich hab schon mal ‘ne Person sterben lassen, die gar nicht vorkam."

Jrgen Dudzig stellt einen dichterischen Text vor: "Farblos". Er appelliert an Menschlichkeit und Mitgefhl. "Seht ihr denn nicht, dass ich friere? Ihr geht an mir vorbei, obwohl ihr mich seht. Zeigt mir doch einen Weg. Werft eure Klte ber Bord!"

Die Stze von Georgios Lillis am Anfang: "Die Finsternis wird von Deiner Wrme gezhmt." und von Jrgen Dudzig am Ende "Werft eure Klte ber Bord!" schlieen sich zu einem Kreis.

                                                                                                                              W.Stutz

 

05.03.2014 Badhaus

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