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Jürgen Linhardt läutet die Leserunde mit einem Zitat von Albert Einstein ein:„Um eine Einkommenssteuererklärung abzugeben, muss man Philosoph sein – für einen Mathematiker ist es zu schwierig.“

Andrea Senf beginnt mit ihrer autobiographischen, erheiternden Geschichte „Die Kunst“. In dieser besucht sie eine sehr abseits gelegene Kunstausstellung („Kunst ist manchmal echt schwer zugänglich“), in der sie Bilder zum Thema „Farbe“ betrachtet. Es handelt sich dabei um schlichte, blasse Farbkleckse in Bilderrahmen, womit die Erzählerin nichts anfangen kann, sondern sich höchstens an Vorlagen für Geschenkpapier erinnert fühlt. Sie fragt sich, was der Künstler ihr damit wohl sagen will (Birgit Hächl wirft ein: „Ich will Geld!“). Wieder zu Hause entdeckt sie in einem Karton altes Geschenkpapier und hat eine grandiose Idee…Begeistert von dieser Geschichte beginnen die Literaten anschließend eine Diskussion über Kunst und deren Ausstellungen. Karin Minet witzelt über ein Kunstwerk, das aus einer mit zwei Klebestreifen fixierten Schnur an der Wand bestand und von dem sie sich fragte, wie man das wohl nach Hause transportieren könnte. Birgit Hächl findet, die Kunst war früher bezüglich der Herstellung schwierig für den Künstler, heute ist sie (was die Auslegung betrifft) schwierig für den Betrachter. Wolfram Stutz und Andrea Senf erinnern sich, früher einen anderen Begriff von Kunst gehabt zu haben. Wolfram Stutz fand früher: „Die alten Meister waren für mich die Kunst.“ Andrea Senf stellt fest: „Früher war Kunst, wenn ich im Bild etwas erkannte, jetzt ist es, wenn es etwas in mir auslöst. Wenn nicht, finde ich das fast eine Frechheit.“ Edina Thern merkt dazu an, dass auch dieses Empfinden eine Regung ist, die der Künstler eventuell absichtlich provozieren wollte. Birgit Hächl verteidigt die umstrittenen Künstler: Auch wenn es sich nur um einen Strich handle, müsse man ihn erstens wirklich akkurat produzieren und zweitens erst einmal auf die Idee kommen. Wer sagt, er könne das auch, hätte es einfach zuerst machen sollen. Dagmar Böhm verweist auf das kindliche Kunstverständnis ihrer 6-jährigen Tochter hin. Bei einem Bild in einer Kunstausstellung, auf dem beinahe nichts zu sehen war, meinte sie frustriert: „Mama, wir gehen jetzt!“ und das schönste der Ausstellung war für sie der Kronleuchter im Eingangsbereich. Letztendlich lässt sich über Kunst nicht streiten.

Evi Weier liest dazu passend einen Beitrag aus dem WDR namens „Van Goghs Gelb“ vor und sorgt für einiges Gelächter. Es wird in sehr originellen Reimen offengelegt, dass Van Gogh stets mit seinem eigenen Ohrenschmalz gemalt hat. Darum rät ihm ein Freund schon bald im Scherz, sich doch sein Ohr abzusägen, um leichter an die „Farbe“ zu kommen: „So bildest du dir dein eigenes Ohrteil.“ Zum großen Entsetzen des Künstlers schneidet sich Van Gogh daraufhin tatsächlich das Ohr ab. Das ist die vermeintlich wahre Geschichte zum bekannten Ohrverlust Van Goghs.

Klaus Köstner sorgt mit seinem Text „Früher und heute“ für nachdenkliche, ungläubige und vor allem heitere Stimmung. Er beleuchtet die Wirtshauskultur von früher. Heute sind für uns eine große Speisekarte, saubere Luft und Hygiene beim Essen und auf den Toiletten selbstverständlich. Früher gab es zwei Sorten Bier, Limo und Saft. Er erinnert sich an ein Wirtshaus in Berlin, in dem das Essgeschirr am Tisch angekettet war, sodass auch dessen Reinigung etwas umständlich war. Sauberes Geschirr war eher Ausnahme als die Regel und so kam es öfters vor, dass in Kulmbacher Gaststätten der Wirt erstaunt fragte: „Wer von euch wollte das saubere Glas?“Früher wurde ordentlich gebechert (der Erzähler erinnert sich an einen Tischnachbarn, der 24 Seidla an einem Abend vernichtete) und sich in Pissrinnen (oder häufig auch an der Außenmauer des Wirtshauses oder durch das Fenster des Klohäuschens) erleichtert. Zum Zeitvertreib wurde gekartet, Tabak gekaut und anschließend in (oder neben) die aufgestellten Spucknäpfe entsorgt. Der Erzähler resümiert weise:„Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen.“

Jürgen Linhardt trägt das Gedicht „Im Sommer“ (Wilhelm Busch) vor.„In Sommerbäder Rennt jetzt ein jeder…“…nur zum Arzt muss keiner. Dieser wünscht sich frustriert Winter und Regenwetter herbei, um wieder mehr Patienten zu haben.

05.06.2013 Badhaus

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