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friederile köstner

Friederike Köstner

Das Kaufhaus „der guten Sitten“

 

Es ist Räumungsverkauf angesagt im Kaufhaus. Der alte Besitzer, Herr Höflich, musste Konkurs anmelden. Es war bis vor kurzem sehr gut frequentiert, und seine Kunden waren stets zufrieden. Aber wie überall wird alles Alte platt gemacht, mit der Begründung, es sei nicht mehr zeitgemäß.

 

Es wurde von der Company ‚Geld-Geiz-Gier‘ aufgekauft, die dem Götzen Kapital unterstellt ist. So passte das antiquierte Sortiment, bestehend aus Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Hoffnung, Höflichkeit und Sicherheit nicht mehr zur modernen Kollektion.

 

Menschlichkeit ist out, dafür gibt es im Austausch ‚humanes Kapital‘ und ‚humane Verfügbarkeit‘. Betrug, Profit und Spekulation machen sich schon in den Regalen breit.

 

In einigen wenigen Wühlkisten wird man fündig nach Höflichkeit, die längst nicht mehr ‚in‘ ist. Deshalb bietet man sie zum Schleuderpreis an. Ellbogen, ja Ellbogen sind jetzt gefragt. Das Auslaufmodell Gerechtigkeit findet man nur vereinzelt im Wühlkorb. Die hohläugigen und ausgebrannten menschlichen Marionetten suchen danach und erinnern sich, dass es früher mal Freizeit, Erholung, Spaß und Spiel mit Freunden gab.

 

Gerechter Lohn wie früher ist jetzt unproduktiv. Er schadet nur dem Konzern. So kauft man schnell noch alle restlichen ethischen Begriffe auf, bevor sie gänzlich eingestampft werden.

 

Herr Höflich sieht mit Erstaunen, wie schnell die Konkursware aufgekauft ist und erkennt, dass noch viele Leute an alten, unmodernen Dingen festhalten.

So kommt ihm die Idee, einen ‚Tante-Emma-Laden‘ der ‚edlen Werte‘ einzurichten, wo jeder freundliche Zuwendung bekommt, wo es ehrlich zugeht und wo man noch ein Tütchen Menschlichkeit mit einem Quäntchen Freude erhält. Denn wo stets die Wut regiert, da kann kein Friede wachsen.

 

Wie man hört, soll Herr Höflich Besitzer vieler Filialen geworden sein. Er ist auch sehr, sehr reich geworden an Freundschaft, Herzlichkeit und Zufriedenheit.

 

Im Kriegsjahr 1943 wurde ich in Gleiwitz / Oberschlesien geboren. 1945 kamen wir nach Franken. Entwurzelt und nach vielen Wohnortwechseln musste ich den Begriff ‚Heimat‘ immer neu definieren. Eins ist jedoch sicher: Ich fühle mich wohl in Franken.

 

Meine Passion gilt dem Sammeln von antiken und historischen Knöpfen, die schon mehrfach in verschiedenen Museen ausgestellt waren.

 

Schreiben bedeutet für mich Malen mit Worten. Meine Textgemälde sollen klar erkennbar sein, aber jeder Leser darf seine eigene Interpretation und Fantasie einbringen.

Achtsamkeit, Menschenkenntnis und der Blick für die kleinen Dinge im Leben sind mir wichtig.

 

Mein Lebensmotto: Es muss nicht alles Sinn machen, Hauptsache, es macht Spaß!

Mai 2017

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