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08.01.2014 Badhaus

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Das Literatentreffen beginnt mit einem lustigen Geburtsständchen, das Robert Thern für Klaus Köstner anstimmt. Das Geburtstagskind hat zu diesem Anlass für alle Pralinen mitgebracht.

Viele Autoren haben ihre Texte zum demnächst erscheinenden Themenbuch „Brücken“ mitgebracht. Thomas Seubold beginnt mit seinem „Brückenbröckelndes“. Seinen unverwechselbaren Schreibstil hatte der Autor anscheinend schon vor zehn Jahren, als er dieses Gedicht beim Wandern im Tessin verfasste. Seine originellen Wortspiele sorgen für wieder für erheiternde Verwirrung. Er selbst sieht sich als „Brückenfliegenschmalspurdichter“.

Mit Evi Weiers Brückentext geht´s lustig weiter, doch geht es weniger um bröckelnde Bauwerke als vielmehr um den Zahnarztbesuch eines Mannes, der für seine Zähne kein gutes Ende nimmt.

Doch ohne diesen Eingriff wäre er wohl nie zu seinen neuen Brücken gekommen…

„Nicht zu fassen, sechs Zähne fielen ihm entgegen! Es war beinah ein Zähneregen!“

Uschi Prawitz verzaubert die Zuhörer mit ihrer romantischen Geschichte vom „Café an der Brücke“. Der jungen Frau Thea gehört das Café, neben dem ein Fluss unter einer Brücke hindurch läuft. Manchmal blickt sie auf diese und denkt an die Brücken in ihrem Leben, die eingestürzt sind: Todesfälle oder kaputte Freundschaften. Und ihre vielen flüchtigen Kundenkontakte sind eher „schmale, wacklige Planken“ für sie. Doch sie ahnt nicht, dass die Brücke vor ihrem Café direkt zu einem neuen Buchladen führt, dessen Inhaber Heinrich oft heimlich zu ihr hinübersieht. Ob Thea es wagen wird, diese neue Brücke in ihrem Leben zu betreten?

Auch Sun Yu berührt die Literaten mit einer wahren (leicht abgewandelten) Geschichte aus Peking.  Es geht um einen Jungen, der seinem Vater wehmütig hinterher sieht, wenn dieser wieder einmal das Zuhause der kleinen Familie verlässt und über die Brücke geht, um für längere Zeit in der Großstadt als Autowäscher zu arbeiten. Um mit diesem geringen Lohn seine Familie ernähren zu können und damit sein Sohn zur Schule gehen kann, nächtigt er wie viele andere im Kanal. Dort besuchen ihn eines Tages der Junge und seine Mutter. Schockiert vom großen Opfer seines Vaters für die Familie, ist der Junge entschlossen, seinen Vater stolz zu machen und auch eines Tages über die Brücke hinaus in die Welt zu gehen.

Klaus Köstner lockert die Stimmung mit seiner lustigen Erzählung „Die Brücke wird gebaut“ auf. In einem Dorf im Frankenwald stürzt eines Tages die alte Brücke ein, die die zwei Teile des Dorfes bisher miteinander verbunden hat. Als der Erzähler, der Mitglied im Gemeinderat ist, im Wirtshaus berichtet, eine neue Brücke werde gebaut, erntet er eisiges Schweigen. „Halten Sie sich da lieber raus“, so lautet der Rat, den er erhält. Hintergrund ist der Streit zweier Schwager, die damals wetteten, ob eine Brücke durchs Dorf gebaut werde oder nicht. An dieser Diskussion zerbrach ihre Freundschaft und das ganze Dorf teilte sich auf in zwei Lager, für oder wider die Brücke, auf. Bis heute wurde keine neue gebaut.

Wie ich dazu stehe? Ich halte mich da lieber raus!“

Jürgen Dudzig macht sich in seinem Text „Clown“ Gedanken über den Menschen hinter der fröhlichen, kinderliebenden Maske, der sich immer zum Affen macht

 „Hinter der Mauer gibt es noch ein zweites Ich.“

Joachim Kraus beginnt seinen Beitrag mit einem schönen Neujahrsgedicht.

„Was wird das neue Jahr wohl bringen? Werde ich vor Freude springen? […] Lasst es mich ganz deutlich sagen: Zum Leben gehört nun mal das Wagen.“

Auch seine originellen Wortspiele zum „Routinierte[n] Staatsanwalt“ oder zum „Abiturient[en]“ (der feierte nicht abstinent, war aber intelligent, wurde am Ende Jurastudent, Dozent und vielleicht irgendwann Präsident!) begeistern die Zuhörer

Das Gelächter geht weiter, als Ludwig Dippold seine Geschichte „Der böse Wolf“ vorträgt. Darin erhält der Erzähler von seiner Mutter einen mit Essen und Schnaps voll bepackten Korb, den er seiner am Wannsee wohnenden und sehr kranken Großmutter vorbeibringen soll. Auf seinem Weg durch den Wald trifft er Herrn Wolf, den Apotheker auf Alkoholentzug, den er wegen der Schnapspralinen in seinem Korb nur schwerlich wieder losbekommt. Endlich am Hause der Großmutter öffnet ihm – wer auch sonst – eine etwas seltsame Version seiner Großmutter, die verdächtig Herrn Wolf ähnlich sieht… wie die Geschichte wohl ausgeht? Nur so viel sei verraten: Es taucht kein Jäger auf und nackte Haut spielt im Zuhause der Oma noch eine zentrale Rolle. Ähnlichkeiten mit dem bekannten Grimm-Märchen sind natürlich rein zufällig…

Robert Thern liest einen Artikel über die schöne katholische Pressecker Kirche vor, den er bei der Frankenpost eingereicht hatte. In dieser fand eine Veranstaltung des Fränkischen Theatersommers statt und alles Mitwirkenden und Zuschauer waren ganz begeistert von der herrlichen Kulisse.

Evi Weier erheitert daraufhin die Literaten mit ihrer Hommage an den Mond, dem sie ihrer Ansicht nach so ähnlich ist.

„Auch nehm ich wie der Mond gern zu, aber auch wieder ab, das ist der Clou!“

Mit Evi Weiers Brückentext geht´s lustig weiter, doch geht es weniger um bröckelnde Bauwerke als vielmehr um den Zahnarztbesuch eines Mannes, der für seine Zähne kein gutes Ende nimmt.

Thomas Seubold hat in der Adventszeit einige Engelsgedichte gefunden und auch eines selbst geschrieben.

„Der für Umarmungen zuständige Engel hatte Verspätung.“

Wolfram Stutz präsentiert abschließend einen interessanten Text über Träume. Zitate aus Traumdeutungsbüchern und selbst geträumte Szenen wechseln sich darin lebhaft ab. Es geht um Unfälle mit einem Postauto, um Mord und die Exhumierung des Papstes, aber auch um vertraute Gespräche und toskanische Malkurse. Sehr weise Sprüche appellieren an den Leser, genauer auf seine Träume zu hören.

„Träume gehören zum Urwesen des Menschen. Zu Leuten, die nichts davon wissen wollen, sage ich nur: Perfekte Verdrängung!“ (Gerhard Marek, Januar 2014)

 

In dieser Nacht haben die Literaten bestimmt besonders gut geträumt…

Franziska Weiß

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