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17.02.2014 Café Clatsch

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An diesem Abend dürfen die Literaturfreunde einen neuen Gast begrüßen: Ursula Zehn, Rentnerin aus Fölschnitz, die in ihrer Kindheit gerne Märchen schrieb und nun vor allem Gedichte verfasst.

Friederike Köstner, Roland Friedrich und Ria Lutze lassen herzliche Grüße übermitteln.

Klaus Köstner leitet die Leserunde mit einem Zitat von Georg Christoph Lichtenberg aus dem Apothekenkalender ein:

„Die Gesundheit sieht es lieber, wenn der der Körper tanzt, als wenn er schreibt.“

Gleich zu Beginn liest Ursula Zehn ein heiteres Gedicht über den Ruhestand. Beim Eintritt in die Rente fühlte sich die Erzählerin teils besorgt vor der großen Leere, aber auch voller Freude, „Herr der Zeiteinteilung“ zu werden und nicht mehr fremdbestimmt zu sein. Sie nimmt sich fest vor, trotz fortschreitenden Alters immer den Geist in Bewegung zu halten und bescheiden zu sein.

Als nächstes zeigt Veronica Kraus ein beeindruckendes, selbstgemaltes Bild von einem Pfad, der sich durch eine Baumgruppe schlängelt. Ihr Sohn hat ein Gedicht dazu geschrieben, das sie stellvertretend für ihn in der Runde vorträgt. Sehr poetisch und auf hohem Sprachniveau werden die Leser verzaubert.

„Der Erde Säulen grün gewandt, an ihnen das Aug´ sich weidet.“

Von einer unvergesslichen Begegnung berichtet Lore Labin in ihrer Erzählung „Zugfahrt“. Als sie im Zug das Gespräch eines jungen Mannes mit zwei Mädchen zufällig belauscht, der letztere nach ihrer Konfession fragt, schaltet sie sich – von Gott berufen – ins Gespräch ein und reicht den beiden Mädchen eine kleine, goldene Bibel. Sie unterhält sich mit den interessierten Jugendlichen über ihre Erfahrungen mit Gott und über die Wunder, die sie durch ihn erlebt hat.

Beschwingt von diesem Gespräch verpasst die Erzählerin prompt den richten Ausstieg – ob die Jugendlichen das wohl bemerkt haben und ihre Glaubwürdigkeit nun dahin ist?

Jürgen Dudzigs Text mit dem Namen „Veganer“ kommt daher wie ein Paukenschlag. Mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humors nimmt er diese Personengruppe, die er absolut nicht verstehen kann, aufs Korn.

„Das sind die, die warten, bis der Apfel vom Baum fällt, damit sie was zu essen haben!“

Der Beitrag polarisiert stark. Während die einen Jürgens direkte Art witzig finden, merken andere kritisch an, dass man zwar seine Meinung darstellen, aber Veganer nicht objektiv und als Mensch schlecht machen sollte. Dem Autor wird vorgeschlagen, doch mal ein veganes Menü zu probieren, doch der stellte bereits am Ende seines Textes klar: „Ein Veganer werd ich nimmermehr!“

Als hätten sie sich abgesprochen, hat auch Andrea Senf mit ihrem Tagebucheintrag über „Gesunde Lebensmittel“ etwas zum Thema Ernährung zu sagen. Sie bemüht sich, sich und ihren Sohn gesund zu ernähren und die richtigen Lebensmittel einzukaufen. Doch all die Nachrichten über genmanipuliertes Gemüse, mit Antibiotika behaftetes Fleisch, unglückliche Hühner in Käfighaltung lassen sie das Vertrauen in Lebensmittel verlieren, die angeblich „Bio“ sind. Mit ihrer Empörung über die Menschen, die Tiere quälen und Gemüse vergiften, während unsere heimischen Äpfel unterm Baum verfaulen, findet sie reichlich Zustimmung im Raum. Es folgt eine angeregte Diskussion über die Möglichkeiten einer hochwertigen Ernährung in unserer Region.

Auch Birgit Hächl hat sich mit dem Thema Ernährung beschäftigt, auf eine eher lockerlustige Art und Weise.

„Es flirtet Zwiebel mit Tomätchen unterm Salatblatt, noch im Beetchen.[…]

Die andern sind mir herzlich schnuppe, ach, komm in meine Suppe!“

Aus diesem und anderen originellen Gedichten, die sie in der Runde teilweise vorträgt, hat Birgit Hächl einen eigenen Kalender gebastelt. Lustige Reime über Banales wechseln sich ab mit melancholischer Lyrik voller Sehnsucht und pfiffigen Versen über aktuelle Themen. Ein gelungenes Werk!

Zum Thema Brücken trägt Lilli Bach einen berührenden Text über Wunschgedanken vor, in dem sie sich unter anderem eine Brücke wünscht, um den Himmel zu erreichen.

„Ich sehe den Himmel, doch die Höhe macht mir Angst.“

Jürgen Kohlberger hat mit seinen „Erinnerungen eines Knirpses“ heitere Anekdoten über seine Kindheit während des zweiten Weltkriegs in Schlesien dabei.

Sichtlich belebt von seinen Erinnerungen erzählt er von der Obstbaumwiese, auf der er mit den Nachbarsmädchen gespielt hatte und von seiner Zugreise nach Bayern zu einem Verwandtenbesuch. Er zeichnet dabei sehr deutliche Bilder, die jeder vor sich sehen konnte.

Jutta Lange liest daraufhin ihren witzigen, selbstironischen Text „Das Objekt“ über Vorurteile. Es geht um ein albernes, billig produziertes Teil, bei dem niemand zugeben würde, es gekauft zu haben, das aber an dem Geburtstag, als die Erzählerin es gesehen hat, jeder trotzdem toll findet. Um was es sich dabei genau handelt, wird erst am Ende verraten…

In ihrem zweiten fantasievollen Text „Klee im Töpfchen“ hat die Erzählerin beschlossen, den Klee, den sie zu Silvester zusammen mit einem kleinen Schornsteinfeger im Topf bekommen hat, im Frühling unter den Apfelbaum zu pflanzen. Sie konnte ja nicht ahnen, dass der kleine Schlotfeger aktiv werden und ständig durch den Garten rennen würde. Aber sie hat schon eine Idee, um dem kleinen Mann eine Freude zu machen…

Joachim Kraus präsentiert als nächstes mehrere seiner sehr originellen Gedichte. Er erzählt von Containern, die als Ausweichräume in Schulen genutzt werden, und betitelt diese Lösung als „Bildung in Dosen“. Außerdem beeindruckt er mit einem formreinen Sonett zur Malerei und mit sehr kreativen Antworten zu den beliebtesten Kinderfragen.

Am Ende sorgt er mit seinen Wortverdreh-Spielen für Heiterkeit.

„Frohgelaunt den Hummer kaufen mindert den Kummerhaufen. […] Ganz wichtig an den Morgenseiten ist konsequentes Sorgen meiden.[…] Sie trafen auf ein kleinlich´ Paar, das war ihnen peinlich klar.“

Passend zur Jahreszeit beendet Margarete Biedermann mit einem ihrer typischen Dreizeiler den Abend:

„Jubel und Trubel in der fünften Jahreszeit. Der Fasching ist da!“

                                                                                                              Franziska Weiß

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