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17.06.2013 Café Clatsch

Zu Beginn des Abends werden herzliche Grüße von Friederike Köstner, Silvia Schäfer und Dagmar Böhm übermittelt. Letztere hat ihren Frauenroman nun beim Ellwanger-Verlag veröffentlicht.

Die Terminlisten werden ausgeteilt. Zudem wird auf den Musikerstammtisch in der Mönchshof am 20.7. hingewiesen, der ab ca. 15 Uhr stattfindet.

Klaus Köstner läutet den Abend mit einem Zitat von Robert Lemke ein:

„Ein Atheist ist gestorben. Jetzt liegt er in seinem besten Anzug

im Sarg und weiß nicht, wo er hinsoll.“

SunYu beginnt mit ihrem Text für das Themenheft „Mann und Frau“. Sie führt auf, wie der Titel in den unterschiedlichsten Sprachen heißt und zieht anschließend das Resümee, dass Mann und Frau, egal in welcher Sprache, immer dasselbe bedeuten: Liebe und Kampf, Welt und Leben. Diese Einfachheit und doch Wahrheit in den Worten beeindruckt die Zuhörer.

Auch Jürgen Dudzig hat sich mit dem Thema beschäftigt, allerdings vertritt er die Meinung, dass Mann und Frau grundsätzlich nicht zusammenpassen. Allein die körperliche Anziehung bringe sie zusammen, danach folgten Alltag, Kinder, das Alter, die Scheidung und das Zulegen von jüngeren und heimlichen Lovern Zuletzt bleibe zu hoffen, dass die Gesellschaft den Partnerwechsel mehr akzeptiere. Anschließend trägt der Autor einige interessante Wortspiele mit dem Titel „Andere Worte für dies und das“ vor. So umschreibt er ein sinkendes Schiff als „Ausflug in die Tiefe“ oder ein brennendes Haus als „wahres Feuerwerk“. Zwischen einigen amüsanten Synonymen finden sich allerdings auch tiefgreifende Gedanken. Das Altenheim mit den Worten „Gemeinsam unsichtbar werden“ zu beschreiben, stößt auf traurige Zustimmung. Zuletzt folgt ein interessanter Text mit dem Namen „Ich bin Wort“. Darin wacht der Erzähler auf und weiß noch nichts von seiner Identität. Keiner spricht mit ihm, bis auf einmal jeder „Und!“ zu ihm ruft. Es stellt sich heraus, dass „Und“ sein Name ist. Der Erzähler ist traurig über seinen Namen, da dieser doch mit anderen zusammen stehen sollte und man ständig auf ein darauffolgendes Wort warte.

„Warum kann ich nicht Liebe, Glaube oder Hoffnung heißen?“

Seine Antwort an die Menschen, die ihm diesen Namen verpasst haben, ist klar: „Und tschüss!“

Karin Minet findet, die Art zu lesen mache bei Jürgens Dudzigs Texten sehr viel aus. Der Autor verrät, dass Texte bei ihm immer durch lautes Lesen entstehen und dies vieler Übung bedarf.

Susanna Örtel begeistert die Runde anschließend mit komplett frei vorgetragenen Gedichten anderer Autoren. So trägt sie neben „Sozusagen grundlos glücklich“ von Mascha Kaléko und „Sprache“ von Hermann Hesse auch „Die Rose“ von Eva Strittmatter vor. Sie findet, es sei ein Gedicht, dass man einfach auswendig können MUSS, da es einem immer eine Hilfe ist. „Die eine Rose überwältigt alles, die aufgeblüht in einem Traum.“

SunYu schließt mit ihrem zweiten Text „Die Legende der Rosenfee“ an das Thema an. Sie erzählt, dass in einem Land nach einem bösen Zauber viele Feen in Rosen verwandelt wurden. Doch wenn die Feen die Rose als ihresgleichen erkennen, wird sie zurückverwandelt. Die Erzählerin hofft, dass auch sie ihre Rose treffen wird und sie zur Fee befreien werden kann. Vor den Deutschkenntnissen der gebürtigen Chinesin zeigen die Literaten großen Respekt. Ihr Text wird im Themenbuch „Fünfundzwanzig“ erscheinen, da die Anfangsbuchstaben an den Zeilen den Titel ergeben.

Klaus Köstner sorgt für einiges Gelächter, als er das Gespräch eines alten, vergesslichen Ehepaars unter dem Titel „Fit bleiben im Alter“ vorträgt, in dem die beiden senilen Partner ein Gerücht nach dem anderen auftischen und dabei ausnahmslos aneinander vorbeireden. Am Ende freuen sie sich, dass sie geistig noch so fit sind und beenden ihr Gespräch.

Er: Ich wird dann noch an den Computer gehen und schauen, was für Züge nach Würzburg fahren!

Sie: Was? Willst du denn verreisen?

Er: Nein! Aber man muss doch wissen, was aweng für Züge fahren…

Die aktuelle Hochwasserkatastrophe in Deutschland fasst Margarete Biedermann abschließend in gewohnter kurzer Gedichtform zusammen.

„Sintflutartig die Urgewalt. Hochwasser. Und hilflos die Menschen.“

Schön, dass sich einige Literaten trotz Hitzewelle und Hochwasser im Café Klatsch eingefunden haben.  Franziska Weiß

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