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21.09.2013 Ausflug nach Weißenstadt

Einen ereignisreichen Tag verlebten wir zum Herbstausflug mit dem Kulmbacher Literaturverein. Der Ausflug begann mit einer Meditation in der futuristisch anmutenden Autobahnkirche Himmelkron. Der Kulmbacher Jürgen Linhardt berichtete von der Geschichte dieser modernen, wirklich beeindruckenden Kirche. Sie wird jährlich von ca. 100 000 Menschen aufgesucht, nicht nur von Leuten, die sich eine Auszeit von dem alltäglichen Wahnsinn der Autobahn 9 gönnen, sondern auch von ruhebedürftigen Gläubigen der Umgebung. Es handelt sich um ein ökumenisch orientiertes Gotteshaus, und in den Andachtsraum, in den uns Jürgen Linhardt führte, kommen auch Atheisten, Andersgläubige, z. B. Muslime. Jürgen sorgte während der anschließenden Meditation für einen überaus gelungenen Wechsel von Text- und Musikbeiträgen.

Danach gingen wir Mittag essen in die Franken-Farm.

Nun stand eine Stadtführung in Weißenstadt auf dem Programm. Weißenstadt? Offen gestanden erwarteten wir davon nicht allzuviel. Na ja, das berühmte Scheunenviertel, die gleichermaßen bekannten Keller, der Weißenstädter See … Mehr fiel uns da nicht ein. Um so größer war dann die Überraschung. Zuerst besichtigten wir die evangelische Kirche am Marktplatz. Anschließend führte uns Gerald Kastl in einen Kristallgang in der Kirchenlamitzer Straße, denn schließlich wurde in Weißenstadt zwischen 1400 und 1850 begehrtes Bergkristall - Strählein, der Strahlende - abgebaut. Diese mineralogischen Schönheiten waren natürlich nur für reiche Leute bestimmt. Kaum zu glauben, dass der Bergbau direkt unter den Häusern der Stadt betrieben wurde. Ein Hauptgang durchzieht in südöstlich-nordwestlicher Richtung die gesamte Stadt. Bis in die 50-er Jahre hinein konnte man durch die Gänge laufen. Gut, dass die Eltern oft nicht erfuhren, wo ihre Kinder spielten. Viele Sagen und Legenden ranken sich um die Gänge. So soll es sogar einen unterirdischen See und einen Gang hinüber zum Waldstein gegeben haben. Allerdings regten die Geraer an, dass es am Elternhaus von Karin Minet, der Chefin des Kulmbacher Literaturvereins, auch einen Karin-Minet-Kristallgang geben sollte. Schließlich tragen schon einige Gänge Namen.

Gerald Kastl erläuterte uns die Entstehung des Bergkristalls aus Granit, wenn heißes Magma auf Wasser trifft. Es war sehr spannend, sich durch den teils sehr engen Kristallgang zu zwängen, aber die bergbaulichen Spuren und die gut sichtbaren Quarzgänge wogen alle Mühen auf. Über mehrere Stockwerke wurde damals der Bergbau betrieben. Wir erfuhren noch, dass das Fichtelgebirge neben Teilen Sibiriens und der amerikanischen Appalachen zu den Resten des urzeitlichen Variskischen Gebirges, einem Faltengebirge, gehörte. Es wurde nach dem Lande der Varisker, dem Vogtlande, benannt. Im Fichtelgebirge sind übrigens etwa 80 Prozent aller auf der Erde vorkommenden Gesteinsarten zu finden.

Ein weiterer, sehr willkommener Höhepunkt schloss sich an: der Besuch des kleinen, aber feinen Drogerie- und Destillerie-Museums. Es geht auf die 1864 von Carl Sack gegründete Specereywarenhandlung zurück. Mehrere Generationen und mehrere Kriege überdauerte das Geschäft, bis es schließlich ein frühes Opfer der Globalisierung wurde und Besitzer Willi Sack die Drogerie 1989 schweren Herzens aufgeben musste.

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