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Erich Barth

das Unsichtbare ist wesentlich

“Könnte es nicht sein, dass der Hauch eines Wissens an uns herantritt, gerade heute und gerade jetzt, und uns berührt?“

Mit Staunen bemerkte ich schon in sehr frühen Jahren, dass es nur einige ganz wenige Menschen gibt, welche über die Zeiten von Jahrtausenden hinweg einem Großteil der Menschheit fortwährend, und immer wieder aufs neue, Halt und Sinn und Orientierung zu geben vermochten. Wie kann das sein? Wo doch das Wort, selbst unserer bedeutendsten Politiker, gleichsam morgen schon nichts mehr gilt, und übermorgen kaum noch erinnert wird. Wo doch mein eigenes Wort, an meine Kinder gerichtet, wie leerer Schall verhallte - eine nennenswerte Resonanz damit zu erreichen musste  mich immer wieder verwundern. Bei meinem ersten Abend im Kulmbacher Literaturverein begegneten mir denkwürdige Worte, die mir gleichsam ein Geheimnis lüfteten: „Es gibt einfach Dinge, die gesagt werden wollen“. Türen flogen auf! Die gesamte Überlieferung des Erwachten war einzig von Erbarmen bewegt gesprochen! Ich war wunderbar erleichtert – ich brauchte nicht mehr zu reden und schon gar nicht mehr zu schreiben, was ich ohnehin nicht glaubte zu können. Es würde genügen, dem bereitwillig Raum zu geben, was gesagt sein will – es will und wird lebendig bewegtes Wort sein.

barth

Das Meer oder Vom Sehen in vielfältiger Weise

Das Meer - es ist gewaltig - und Menschen können sich seit jeher seiner Faszination nicht entziehen. Wir hier im Landesinneren - in Kulmbach oder auch im Fichtelgebirge – wir kennen das Meer möglicherweise nur von Bildern oder gar nur vom Hörensagen, und dennoch mögen auch wir, wenn wir davon hören, von ihm angerührt und beeindruckt sein. Worin mag diese Faszination gründen? Gründet sie in seiner unüberschaubaren Dimension, oder in den elementaren Kräften, die dort so ungehemmt und ungebändigt jedermann vor Augen treten? Auf uns hier - in der Distanz lebend - kann dies so nicht zutreffen, denn wir kennen es ja nicht aus eigener Erfahrung.

Wenn wir diese Dinge so betrachten, dann könnte es aber geschehen, dass uns auch anderes im Bewusstsein aufsteigt, und dass uns vor Augen tritt, dass im Meer Anfang und Ursprung allen Lebens hier auf Erden vermutet wird, und es ist nicht zu leugnen, die Kette des Lebens ist seit Anbeginn ungebrochen und lückenlos, bis her zu mir – zu Dir – zu Ihnen allen. Sie reicht bis hierher in diesen gegenwärtigen Augenblick, den ein jeder für sich selbst erlebt, als wäre er sein Eigen. Könnte es da nicht sein, dass im Ahnen um diese Dinge der Hauch eines Wissens aus unvorstellbaren Zeiten an uns herantritt, gleich wie Sternenlicht, das aus den Weiten des Raumes - aus Zeiten des Anfangs dieser Weltwerdung - gerade heute und gerade jetzt bei uns hier eintrifft und uns berührt - von diesem Anfang her, vom Ursprung her – und unseren eigenen Ursprung in uns anrührt und dabei eine Resonanz erzeugt, vergleichbar den im Klang mitschwingenden Saiten - auch wenn wir von allen diesen Dingen nichts mehr zu erinnern vermögen?

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