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Barbara Hahn

Überleben zwischen Oberflächlichkeiten

“Manches hat sich verändert. Auch ich habe mich verändert.“

Jahrgang 1960, verheiratet, 3 Kinder

Dipl. Sozialpädagogin

Mitglied des Literaturvereins Kulmbach seit Mai 2003

Ich schreibe, um das Leben zu verstehen und mich darin wieder zu finden – in Tränen und in Freuden. Meine  Geschichten und Gedichte sollen

Dorfspaziergang (Auszug)

Nahe bei mir kann ich das Surren des elektrischen Stroms hoch oben von den riesigen Masten vernehmen, die metallisch glänzend und aufdringlich ihre Stromleitungen wie Spinnenfäden über das Tal spannen.
Nun gehe ich weiter und unterquere zum zweiten Mal den Bahndamm und kurz darauf auch noch die Umgehungsstraße durch einen betonierten Tunnel.
Wir Menschen werden zunehmend überrollt, denke ich mir, und müssen uns den Weg mittels schützender Unterführungen suchen.
Wo früher Natur und Vogelgezwitscher waren, dröhnt heute nur noch das Lärmen des ersehnten Fortschritts an unser Ohr.
Nun beginnt wieder geteerte Straße, und ich gehe eine Steigung hinauf, vorbei an unserem Garten zu meinem Elternhaus zurück.
Mir geht es so wie unserem Garten.
Auch er wurde beschnitten, in Form gebracht von den sich ändernden Gegebenheiten und musste sich an die neuen Gerüche und Geräusche erst gewöhnen.
Aber er müht sich redlich, das Vergangene nicht ganz von dem sich wichtig machenden Neuen verdrängen zu lassen.
Es gibt sicher schönere Dörfer, denke ich mir, während ich mit klammen Fingern die Haustür aufsperre und meine schlammbesohlten Schuhe ausziehe. Aber es ist der Ort, der in mir ganz besondere Gefühle weckt, als ein Teil von mir.
Ich will Erinnerungen festhalten, haltbar machen, und sie mit dem, was meine Sinne heute wahrnehmen, vergleichen, und daraus lernen, denn manches hat sich verändert.
Auch ich habe mich verändert.

 

hahn
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