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Karin Minet

Carpe diem

“Ich halte mich für einen ganz normalen Menschen, dem es vielleicht nur gegeben ist zu lieben - das was er tut, den Ort an dem er sich befindet und vor allem die Menschen, mit denen er zusammen ist.”

karin1

Ein Traum

Ich erwache aus tiefem Schlaf. Sonnenstrahlen wärmen mein Gesicht, meinen Körper. Es duftet nach Gras, nach Blumen - süß - ein wenig nach Verwesung. Und es ist still - totenstill.

Langsam öffne ich die Augen - blinzle im hellen Sonnenlicht - erkenne alte, würdevolle Bäume, Fußwege, gepflegte Beete in voller Blütenpracht. Dazwischen Steine, Steine mit Schriftzeichen - Namen, Daten - Grabsteine. Ein Friedhof? Natürlich ein Friedhof, was sonst. Ich muss ja hier sein. Wie konnte ich vergessen ...?

Menschen kommen auf mich zu, kommen näher, bleiben bei mir stehen. Ich kenne sie alle - Familie, Freunde, Bekannte ...  Eine Beerdigung? Wer ist gestorben? Ich kann mich noch nicht erinnern ... Auch ich bin wohl hier, um jemandem die letzte Ehre zu erweisen. Wem? Ich frage ... frage ... frage.

Niemand antwortet, niemand reagiert. Keiner sieht mich,

keiner nimmt mich wahr. Ich gehe durch die Menschen hindurch. Im Moment des Durchschreitens erkenne ich ihre Gedanken, werden sie mir eigen.

Natürlich, jetzt weiß ich auch wieder ... Ich bin gestorben, dies hier ist meine Beerdigung. Ich bin hier, um mich zu verabschieden von allen, die während meines Lebens meinen Weg geteilt haben.

Geboren 1955 im Fichtelgebirge, bekennende Fränkin.
Leseratte, seit mir jemand die Bedeutung der unterschiedlichen
Buchstaben erklärt hat.
Seit 1997 als nicht schreibende Apothekerin Mitglied des
Literaturvereins. Apothekerin bin ich heute noch, nicht
schreibend - naja, ich experimentiere noch...

 

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