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Elzbieta Stüdemann

Geboren am 29.09.1949 in Kamiennica Elbląska bei Elbląg (R. Polen)
1969 -1974: Studium der polnischen Philologie an der Universität Gdańsk (Danzig)
Seit 1975: in Berlin, zunächst als Bibliothekarin in der Fachbibliothek für Slawistik (Humboldt-Universität) später als freiberufliche Gutachterin der polnischen Literatur für den Berliner Aufbau-Verlag tätig.
1982 – 1989: Polonistin am Gymnasium der Polnischen Botschaft in Berlin
Aus dieser Zeit stammen die ersten Gedichte in deutscher Sprache.
Seit November 1989 in Bayreuth an der Universität Bayreuth als Lehrbeauftragte für Polnische Sprache und im Dekanat der Sprach- und Literaturwissenschaftlichen Fakultät tätig.
Lyrik, teilweise epigrammatische Lyrik
Seit 2005 Lesungen im Rahmen der musikalisch – literarischen Programme des Musik- und Literaturkreises „OKTAWA“ (Deutsch-Polnische Gesellschaft Bayreuth, e.V, Deutsch-Polnischer Kulturverein Bayreuth, e.V.) Die Welt zweisprachig erfahren, erleben und in Reflexionen verarbeiten zu können, betrachte ich als meinen inneren Reichtum.

Ich versuche das zweisprachige Bewusstsein nicht „unbeschreiblich“ werden zu lassen; der sonderbaren Art zu träumen, meiner manchmal grenzenlosen Trauer und Freude in der Zweisprachigkeit Ausdruck zu verleihen, mich dort zu Hause zu fühlen, „wo die Sprache, wie der Malvenduft ist, so nah und klar in ihrer Weise, in der die Verzweiflung – wirklich Verzweiflung, die Freude – wirklich Freude heißt…“

“Der alte Nussbaum am Haus ist für mich viel mehr als nur ein Baum. Ich spüre, wie er in mir immer tiefer und tiefer seine Wurzeln schlägt”

Beseelte Natur und kostbare Träume

stüd foto neu

Septemberimpressionen

Im silbernen Schlaf ruht das Wasser,
müde ist die Sonne und ein wenig blasser.
Mit  letzten Sommers mildem Atem
weht der Wind, reißt die Strahlenketten,
perlweiße Brücken mit  zitternden Schatten.
Das Bild zerfließt in sich und bricht,
ein Segel wetteifernd mit der Zeit;
in allen Farben des spätsommerlich nebligen Lichts
den Himmel greift.
Heiser wurde die Möwe – weiße Sehnsucht,
sie breitet die Flügel aus…
So viele Jahre her scheint es zu sein,
so viele Wörter zerschellt
am Ufer der Verständigung,
und immer noch dort mein Zuhaus´:
Näher der Bach im Erlenhain
die alten Julius-Reime singend,
auch die Nachbars Felder,
näher die Grenzen des kleinen Fensters
für die kaum schmale Sicht der Dinge,
näher der Kindheitstraum,
in dem endete einst die Welt
Mein Zuhause ist dort, wo sich
eine Hütte am Weg in den Malven versteckt
und wo die Sprache ist, wie der Malvenduft,
so nahe und klar in ihrer Weise,
in der die Verzweiflung – wirklich Verzweiflung,
die Freude – wirklich Freude heißt.
Mein Zuhause ist dort, wo eine greise Weide
unter der Last vieler Jahre gebeugt,
vor Gott gerecht zu werden versucht.
Mein Zuhause?.. sind nur noch Erinnerungen,
wie Ähren über die Stoppelfeldern
verstreut.

 

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