HintergrundVerein1

Miriam Stutz

“Wenn es mich nicht so beängstigen würde, könnte ich glücklich sein, mir meine Umwelt selbst zu erschaffen, jeden Augenblick”

Ich wurde am 5.Oktober 1982 in Berlin geboren. Meine ersten Geschichten verfasste ich im Alter von 6 Jahren. Seitdem pflege ich neben meinem Kirchenmusikstudium dieses Hobby und schreibe Kurzgeschichten und märchenhafte Erzählungen. Die Entstehungsweise von meinen Werken ist eigenartig: eine Idee setzt sich in meinem Kopf fest, doch zu dem Zeitpunkt bin ich noch zu faul, eine Geschichte daraus zu machen und aufzuschreiben. Die Idee entwickelt sich weiter und intensiver und wird zu einer fertigen Erzählung, und dann erst schreibe ich die fertige Geschichte auf, um sie wieder zu vergessen.

Die Liebenswürdigkeit in Person

miriam die schöne

Die Sonne schien heiß auf den trockenen, weichen Sand und kein erfrischendes Lüftchen wehte, - der Kalkfelsen, an dem sich die Wellen des blauen, kühlenden Meeres brachen, wirkte wie ausgestorben. Es war ein Fleck in der unberührten Natur, in den sich drei Strandmatten, auf denen drei Mädchen lagen, die Köpfe mit Strohhüten von den heißen Sonnenstrahlen geschützt, einfügten, als gehörten sie dazu. Wie leblos schienen die drei glänzenden Körper in der Sonne zu liegen. Neben einer der drei Matten lag ein kleines Häufchen mit gesammelten Muscheln, in der Luft lag ein schwerer Geruch von Kokosöl. Die von der Hitze flimmernde Luft stand förmlich still. Unter einem der drei Strohhüte kräuselte sich rotes Haar. Dieser Kopf war auch der erste, der sich hob, um den Mund zu einem Gedanken zu formen: „Ich stelle mir schon die ganze Zeit eine Frage“ klang es da sinnend unter dem Strohhut auf den roten Locken. Das Mädchen auf der Strohmatte in der Mitte atmete nur tief durch, dass der Hut vom Kopf rutschte und helles zerzaustes Haar sichtbar wurde. Aus ihren Augen blinzelte sie zu der Sprecherin: „Können wir uns nicht einfach in Ruhe sonnen, Siga?“ indem sie nach ihrem Strohhut griff und ihn sich wieder über den Kopf stülpte. Auch der dritte Strohhut, der dunkles Haar offenbarte, regte sich und bemerkte: „Du weißt doch, dass sie nicht nachgibt, Veneti, also lass sie doch erzählen, was ihr auf dem Herzen liegt. Aber beeile dich bitte, ich möchte mich wieder in den kühlen Wellen erfrischen.“ Sehnsüchtig blickte sie in das lockende, frische Nass und rieb sich den Körper erneut mit glänzendem, schwer duftendem Öl ein. Siga lächelte, - sie kannte ihre Freundinnen und wusste, dass sie mit ihnen über Dinge sprechen konnte, über die sie oft nachdenken musste und die sie sehr bewegten. „Nun gut“, hub sie zu sprechen an, „ich habe darüber nachgedacht, was mich als Menschen liebenswürdig machen würde.“ Erwartungsvoll schaute sie auf die beiden Strohhüte, die wieder wie leblos dazuliegen schienen. Sie bekam keine Antwort. „Nun?“ fragte sie, etwas fordernder. Die anderen beiden waren sich sicher, dass sie keine Ruhe mehr hätten, als bis sie die Frage ihrer Freundin beantwortet hätten. Mansa, die dunkelhaarige, antwortete: „Ich glaube, dass ich liebenswürdig bin, weil....“ Weiter kam sie nicht, denn da hatte Veneti sie schon unterbrochen: „Ich bin liebenswürdig, weil ich keine aufdringlichen Fragen stelle, und ich kann dir auch gleich sagen, was an dir nicht liebenswürdig ist....“ Sie wurde von der lachenden Stimme Sigas unterbrochen: „Du möchtest wirklich deine Ruhe haben, ich merke schon. Aber vielleicht wollen wir erst einmal an den anderen von uns dreien eine liebenswürdige Eigenschaft finden, und dann die nennen, die wir an uns selbst finden.“ Mansas Blick auf die kühlenden Wellen wurde immer sehnsüchtiger, und Siga räumte ein: „Wir können uns ja erst mal eine Abkühlung gönnen, bevor wir uns weiter unterhalten.“ Mansa strahlte und tappte barfuss an den Rand des kleinen Kalkfelsens. Sie holte tief Luft und ließ sich von dort in das im ersten Moment eiskalte Wasser fallen. Veneti fing an zu lachen und folgte, und Siga war die letzte der drei, die sich in die erfrischenden Fluten warf. Eine Etappe höher gelegen auf dem Felsen saß ein alter Hirte, der in seinem Buch gelesen und dann dem Gespräch der Mädchen gelauscht hatte.

Der Kalkfelsen

http://musikschulestutz.de.tl/

kreis

Der Kreis
April 2008
ISBN: 978-3-940911-01-8

HintergrunedVereinLeisteROT

Mitglieder

Termine

Archiv

logo

Bücher

Tagebuch

Presse

Home

Besucherzähler Test